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Infoveranstaltung zum Nationalsozialismus in Korschenbroich

Aktualisiert: Nov 10

Korschenbroich 09.11.2021



Der Tag heute war wichtig. Er war wichtig, um auf einen Teil der Deutschen Geschichte aufmerksam zu machen. Reichspogromnacht - neunter November 1938. Darauf, sowie auf alle Konsequenzen, die das Handeln der Nationalsozialisten damals auch für Korschenbroich hatte, wurde heute in der Aula des Gymnasiums Korschenbroich mithilfe einer Ausstellung der Bezirksregierung aufmerksam gemacht.

Nachdem Wolfgang Skiba, Moderator der Veranstaltung, die Informationsveranstaltung eingeleitet hatte, haben Schülerinnen und Schüler der Realschule Kleinenbroich Geschichten über damals in Korschenbroich wohnhafte Jüdinnen und Juden erzählt. „Lieber Herr Benny Klein“, hieß es direkt adressiert, „wir denken an Sie“. Viele Erzählungen und Überlieferungen fanden Platz in den Beiträgen der Jugendlichen. Tragödien, die sich abgespielt haben - von einem Paar beispielsweise, das eine traumhafte Hochzeit erleben durfte, doch ein einziges Jahr später in Konzentrationslager deportiert wurde, und umgebracht.

Doch auch die generelle Entwicklung des Nationalsozialismus und die direkten Folgen wurden angesprochen - betrug die Anzahl jüdischer Mitglieder:Innen einer Korschenbroicher Gemeinde zu Beginn des Nationalsozialismus noch 180, so waren es wenige Jahre später nurnoch 35. Auch an Greifbarkeit fehlte es nicht. „Gegenüber von Edeka“ oder „auf der Mühlenstraße“ ließ die meist durch Fakten überladenen, schwer vorstellbaren Geschehnisse der damaligen Zeit nah kommen - bis an die eigenen Stadtstraßen heran.

Nachdem die Schüler:Innen ihre Beiträge vollendet hatten, erzählte Skiba von der städtischen Initiative der Aufarbeitung - nicht zuletzt auch mithilfe von Beiwirken zweier Absolventinnen des GyKo und derer Facharbeiten. Diese wurden veröffentlicht und sind gegen eine Spende im Archiv der Stadt zu erwerben. Doch auch während des Abschlusses der Veranstaltung stand der inhaltliche Schwerpunkt im Fokus - auch auf den Punkt gebracht durch die Erzählung, man wisse nicht, ob und wenn, wie viele Jüdinnen und Juden heute noch im Stadtgebiet leben und Korschenbroich ihr Zuhause nennen.

Nach langem Beifall durfte vom Publikum die zur Verfügung gestellte Ausstellung besichtigt werden, welche Fakten, Zahlen, Bilder und Erzählungen beinhaltet. Was heute allerdings geschafft wurde, ist diese mit der Realität und dem Vorstellungsvermögen in Einklang zu bringen. Und festzustellen, dass sich so etwas nicht noch einmal wiederholen darf.


Maximilian Simeth


Auf dem Foto: Wolfgang Skiba







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