Schule ohne Rassismus

Rassismus am GyKo?
Meinung unserer AG

Wir möchten über eine Sache schreiben, die wir respektlos und feige finden. In der "Schule ohne Rassismus - AG" kam vor einem Jahr die Idee auf, dass ein Bild an die Schule gemalt werden soll, das die Einstellung unserer Schule zu Rassismus gut darstellen soll. Mit dieser Idee wandten die AG Mitglieder sich an die Kunst AG und eine Gruppe von neun Schülerinnen und Schülern hat sich weiter Gedanken dazu gemacht.

Diese haben sich nach einigen Wochen auf ein Motiv und einen Spruch geeinigt: Sie wollten eine LGBTQ+ Flagge malen, und darauf die Black Lives Matter Faust, und fingen dann auch an zu malen. Es wurde die große Wand bei den Toiletten am B-Gebäude und beim Kiosk ausgesucht. Es war ein zeitaufwendiges Projekt, welches im Dezember fast fertig war.

Es hätten noch ein paar letzte Pinselstriche erledigt werden müssen, aber dann kam die nächste Schulschließung und es konnte nicht mehr weitergearbeitet werden. Wir waren alle sauer, weil es endlich fertig werden sollte, aber wir sagten uns, dass wir bestimmt bald weiterarbeiten können.

So sollte es aber nicht kommen. Am Dienstag, den 23.03. kam ein Teil dieser Schülergruppe in die Schule und musste sehen, dass fast die ganze Wand weiß gestrichen wurde und nur noch ein kleiner Teil des Spruches und des Zeichens übriggeblieben ist. Wie man auf den Fotos (unten) sieht, wurde unser Projekt übermalt - versehen mit einem Kürzel und einem Ausrufezeichen. Auf den Fotos wird man das Kürzel extra nicht sehen und wir werden es auch nicht verraten, denn dann würde die Person die Aufmerksamkeit, die sie wahrscheinlich möchte, bekommen. Die Farbe war an diesem Morgen noch frisch und deshalb vermuten wir, dass es in der Nacht von Montag auf Dienstag passiert sein musste. Daraufhin informierten wir Frau Grams, die anderen der Gruppe und die "Schule ohne Rassismus - AG" sofort. Im Laufe des Tages besprachen wir uns auch noch mit Herrn Müller.

Über diese Aktion sind wir immer noch zutiefst schockiert und verärgert. Wir werden es uns nicht gefallen lassen und es gleichzeitig als Chance nutzen. Denn dass, was hier passiert ist, ist in unseren Augen Rassismus. Anscheinend hatte hier irgendjemand etwas gegen diese Botschaften, die wir für so wichtig halten.

Aber hier ist jetzt unsere Chance, nicht nur über Courage zu reden, sondern diese auch zu zeigen. Diese Aktion ist in unseren Augen feige, denn der/die "Maler/in" steht am Ende nicht mal dazu, dass er/sie es war.

Wir haben aber auch probiert, die Intention hinter dieser Aktion zu finden und zu verstehen. Wir vermuten, dass diese Person denkt, dass sie Respekt dafür verdient, mitten in der Nacht ein Bild gegen Rassismus und Diskriminierung zu übermalen, zu zerstören und sein Statement zu setzen. Dass er Respekt dafür möchte, dass er sich öffentlich als homophob und rassistisch präsentiert und seine eigenen Botschaft über die anderer stellt.

Wir finden anstatt so etwas zu machen oder auch nur hinzunehmen, sollte man darüber reden. Aber genau dies werden wir nun hiermit tun. Niemand hat Interesse an einem Kleinkrieg mit irgendwelchen Unbekannten. Wir werden über solche Taten reden und trotzdem aber auch nicht aufgeben und weiterhin unsere Botschaft verbreiten. Denn zusammen sind wir stärker als irgendwelche Unbekannten und zeigen Courage.

Schule ohne Rassismus - AG am Gymnasium Korschenbroich

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Statement der "Schule ohne Rassismus - AG"

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Übermalung des Täters

MORIA

und die Berichterstattung

Moria. Wirft man einen Blick auf dieses Camp, so wünscht man sich, dass es erst gar nicht errichtet worden wäre. Dort, wo Deutsche Urlaub machen, ein Luxusgut, werden Menschenrechte mit den Füßen getreten. Es ist verständlich, das Bedürfnis nach Verdrängung zu haben. Ähnlich wie die europäische und deutsche Politik es die letzten fünf Jahre zeigte. Fünf Jahre, in welchen Europa Probleme mit der Überwältigung des Flüchtlingsproblems hat. Fünf Jahre, in welchen Europa enormes Versagen durch Nicht-handeln aufwies. Die meines Erachtens nach falsche Art der Berichterstattung der Presse und das Versagen der deutschen und europäischen Flüchtlingspolitik wird in dem nun folgenden Kommentar aufgegriffen.Immer wieder hörte man von Moria in den Medien. Sei es in der klassischen Presse oder in sozialen Netzwerken. Es wurde über die katastrophalen Verhältnisse vor Ort berichtet. Von einem Ort, der einst ein Paradebeispiel der funktionierenden europäischen Politik und dessen Verhältnisse ins Ausland, unter anderem zu der Türkei, sein sollte. Das ursprüngliche Ziel war es, die Anzahl der auf europäisches Festland treffenden Flüchtigen durch stärkere Grenzkontrollen seitens der Türkei zu minimieren. Dafür zahlte die Europäische Union der Türkei bis 2018 sechs Milliarden Euro. So sollten in Moria auf Lesbos durch ein schnelles Asylprüfverfahren die Flüchtigen eine schnelle Aufnahme in Europa oder eine schnelle Abschiebung und eine damit verbundene Rückkehr in die Türkei erhalten. Für jede/n abgeschobenen Flüchtige/n sollte ein/e weiter/e überprüft werden. Dieser Plan schließt somit einen langen Aufenthalt von Migranten aus. Doch wie so oft war es nur ein Plan und es mangelte an der Umsetzung. Letztendlich wurden die Menschen weder auf das europäische Festland weitergeleitet, noch zurück in die Türkei geschickt. Oft zeigte sich sogar, dass mehr Menschen zurückgeschickt als neu geprüft wurden. Dies summierte sich über die Jahre, bis über 12.000 Menschen bei einer Kapazität von 2.000 bis 3.000 Moria ihre Unterkunft nennen sollten. Eine Unterkunft ohne sanitäre Einrichtungen, mit mangelnder Verpflegung und völlig zugemüllt. Eine Unterkunft ohne Aussicht auf den Start des erhofften neuen Lebens. Das ist nicht schockierend, es ist menschenverachtend. Das ist auch nicht fern und unbedeutend, es ist mitten in Europa, einem reichen und stolzen Kontinent. Wird über die Misserfolge der Politik berichtet, so ist festzustellen, dass die Neutralität der Medien von damals extrem an Relevanz verloren hat. Auf den ersten Blick ist das gut, so wird der Prozess der persönlichen Meinungsbildung angeregt und wesentliche Diskussionen entfacht. Doch werden dadurch ebenfalls Ausdrucksweisen und Begrifflichkeiten verallgemeinert und generalisiert, dessen wortwörtliche Bedeutung unterbewusstes rechtes Gedankengut fördern kann. So wird oft von „Flüchtlingswellen“, einer „Flüchtlingsflut“ und einer „Masse“ an Flüchtigen gesprochen, statt konkrete Zahlen zu nennen. Selbstverständlich dient dies der Dramatisierung, jedoch werden durch den Begriff „Flüchtlingswelle“ große Fluchtbewegungen mit unbeherrschbaren Naturgewalten gleichgesetzt. Außerdem werden diese Fluchtbewegungen mithilfe des Wortes „Masse“ beschrieben, wodurch die einzelnen Flüchtigen ihre Individualität verlieren und anonymisiert werden. Sie werden lediglich auf ihre Fluchterfahrung reduziert und ihr gesamtes Sein wird darüber definiert. Dies könnte man weiterführen, unter anderem wenn man von einer „Obergrenze“ an Flüchtigen spricht, die man aufnimmt. Dieser Begriff könnte implizieren, dass das Land irgendwann voll sein könne oder gar überlaufe. Durch diese sprachlichen Bilder wird indirekt die Notwendigkeit der Eindämmung der „Bedrohung“ impliziert, beispielsweise durch die Schließung der Grenzen. Doch hat Deutschland eine wirkliche Obergrenze, an der es voll ist? Nein. Würde Deutschland alle Flüchtigen Morias aufnehmen, so wäre gerade ein Bruchteil der leer stehenden Wohnungen weg. Die Rede ist von weniger als einem Prozent dieser. Doch das ist auch nicht das Ziel. Nicht Deutschland alleine muss Courage zeigen, aber Europa muss es vereint und gestärkt. Als kleine/r unbedeutende/r Bürger/in können wir nichts an der Situation ändern. Doch was wir machen können - nein, nicht nur können, sondern sollten ist, Präsenz zu zeigen und sich nicht ruhig im Hintergrund zu halten und unsere persönliche Einstellung zu überdenken. Auch hier am Gymnasium Korschenbroich ist das möglich, denn unsere Schülerschaft hat es geschafft, die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ zu erhalten.Denn was man nicht vergessen darf ist, dass dieser politische Streit auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen wird. Seit Jahren wird nach einer Lösung gesucht. Sie ist nicht da. Das Elend hingegen schon. Keinen Spalt breit der Unterdrückung.

Maximilian Simeth

*Quelle des Bildes: www.schule-ohne-rassismus.org, Folgend ein Button:

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