THE HATE U GIVE

THE HATE U GIVE ist der erste Jugendroman der Schriftstellerin Angie Thomas. Das Buch beschreibt die 16-jährige Starr, die in zwei Welten lebt: In dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt und aufgewachsen ist, und in der Privatschule, in der sie fast die einzige afro-Amerikanerin ist. Als Starrs bester Freund Khalil in ihrem Beisein von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Bald wird landesweit über Khalil berichtet, der unbewaffnet war. Viele stempeln ihn als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starrs Familie unter Druck, denn sie ist die einzige die weiß, was wirklich geschah; wird Starr den Mut aufbringen mit der Wahrheit ihr Leben in Gefahr zu bringen? Der Roman handelt nicht nur davon seine Stimme zu finden, sondern auch von Individualität und dem Bedürfnis als Mensch wahrgenommen, und nicht länger auf seine Herkunft oder Hautfarbe reduziert zu werden. Angie Thomas´ Debüt ist auch zurzeit wieder ein großes Thema. Die Idee zum Besteller kam ihr unter anderem durch Erlebnisse einer Schießerei in ihrer Kindheit. Sie sagt selbst: „Rassismus, Vorurteile, Diskriminierung und Polizeigewalt sind Probleme, die über die USA hinausreichen. Ich hoffe, dass mein Buch dabei hilft, Empathie zu erzeugen, wenn es zu diesen Problemen kommt. Indem man Menschen wie durch ein Fenster in das Leben andere blicken lässt, verstehen sie hoffentlich ihre eigene Gesellschaft besser.“ Dies ist Angie Thomas auf jeden Fall gelungen! Sie bringt einem nahe, was es bedeutet mit Rassismus und Vorurteilen konfrontiert zu werden: „Ich hoffe, dass mich keiner nach meinen Ferien fragt. Die anderen waren in Taipeh, auf den Bahamas, in der Harry Potter World. Ich bin in meinem Viertel geblieben und habe mitangesehen, wie ein Cop meinen Freund erschoss.“ (S. 92 – The Hate U Give). Hautnah beschreibt Angie Thomas, wie es ist, aufzustehen und seine eigene Meinung kundzutun: „Wozu hat man eigentlich eine Stimme, wenn man in den entscheidenden Momenten schweigt?“ (S. 288 – The Hate U Give). Der Roman ist hoch emotional, dennoch gibt es auch Stellen, die einen zum Schmunzeln bringen. „The Hate U Give“ hat mich restlos überzeugt. Man erfährt, wie sich Rassismus auf Betroffene auswirkt. Der Roman ist absolut empfehlenswert!

Greta Kolb